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Der Prozeß der Selbstbefreiung wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Befreiung

Man kann den Prozeß der Selbstbefreiung aus zwei Blickwinkeln betrachten, die sich ergänzen und zusammenhängen. Es gibt sozusagen zwei Bewerber um unsere Aufmerksamkeit: Sein und Persönlichkeit, unsere wahre Natur und unsere erworbene Identität. In Wirklichkeit vollziehen sich diese Entwicklungen gleichzeitig – sie sind ein einziger Prozess. Indem wir uns selbst verwirklichen und unser inneres Potential entwickeln, entfaltet sich immer mehr unser wahres Sein und es taucht die Frage auf: "Gibt es überhaupt ein Selbst, das man verwirklichen kann?" Aus der Perspektive der Befreiung ist dies ein Prozess, in dem man von der Persönlichkeit frei wird.

Bei "Befreiung" oder "Freiheit" geht es nicht eigentlich um einen bestimmten Seins-Aspekt oder Zustand oder eine bestimmte essentielle Qualität. Das spielt keine Rolle. Wenn wir frei von Persönlichkeit sind, dann sind wir frei – egal in welchem Zustand wir sind.

Der Zustand ist ganz alltäglich. Nichts besonderes geschieht, keine grossartige Verwirklichung oder erschütternde Erfahrung. Das ist der natürlichste Zustand. Er ist so gewöhnlich und so natürlich, dass wir, wenn wir in ihm sind, nicht wissen, dass wir in ihm sind. Er ist so ereignislos, dass fast jeder häufig in ihn geht und ihn wieder verläßt. Da ist kein Drama.
Befreiung ist jenseits der Trennung von Sein und Persönlichkeit, und weil dieser Zustand so ereignislos ist, entgeht er gewöhnlich unserer Aufmerksamkeit. Seine Subtilität verhindert, dass wir ihn erkennen oder uns auch nur bewusst werden, dass wir in ihm sind. Es ist ein Zustand, den wir jeden Tag erfahren, wenn wir nicht mit uns selbst oder irgend etwas Besonderem beschäftigt sind.

Befreit sein bedeutet, dass da kein Hängen an irgend etwas ist. Es gibt keine Sorge, kein Problem, keine Schwere mehr. Der Kopf ist nicht auf irgendeinen bestimmten Inhalt fixiert, fokussiert oder an einen bestimmten Inhalt gebunden. Er hat losgelassen. Der Ausdruck "loslassen" sagt, was es bedeutet, befreit zu sein.

Dieser Zustand kann niemals dadurch erreicht werden, dass man ihn anstrebt. Er wird sich eines Tages einstellen, und wenn wir ihn wahrnehmen, werden wir nicht denken, dass es so eine grosse Sache ist. In dem Moment in dem wir das tun und versuchen würden den Zustand festzuhalten, wäre es vorbei. Festhalten ist genau das, was in diesem Zustand nicht da ist. Aber gerade wegen der Neigung, diesen subtilen Zustand festzuhalten, kann er sehr flüchtig sein. Er ist sehr einfach; das einfachste, was es gibt.

Während des ganzen Lebens kommt und geht die Erfahrung dieses Zustands bei manchen Menschen häufiger als bei anderen. Diese Erfahrung ist ein Zustand der Entspannung. Man ist ganz und gar gelassen. Dieser Zustand von Freiheit ist nicht wie eine Befreiung von einem bestimmten Druck. Er ist der Rohzustand von Befreiung an sich, so befreiend, dass es keine Rolle spielt, was im Moment unsere Erfahrung ist. Unser Herz ist offen und unser Kopf ist nicht auf vorgefasste Vorstellungen oder Sorgen fixiert. Wir nehmen vollkommen an, ohne zu denken oder zu fühlen, dass wir annehmen. Sein ist auf eine freie Weise da, wie immer wir es im Moment brauchen, und doch ist die Präsenz von Sein nicht unser Fokus – es ist einfach das, was und wer wir sind, was in unserer Erfahrung jetzt present ist.

Wir können über diesen Zustand sprechen, aber wir können nicht genau sagen, was er ist. Vielleicht entdecken Sie, dass dies ein sehr vertrauter Zustand ist, in dem Sie schon viele Male gewesen sind. Es ist ein sehr gewöhnlicher Zustand. Jeder muss ihn erfahren, um leben und das Leben geniessen zu können.

Was können wir tun, um uns auf diese Erfahrung und besonders auf die Wahrnehmung des befreiten Zustandes vorzubereiten? Welche sind die Grundfaktoren, die uns auf diese subtile, flüchtige Wahrnehmung vorbereiten? Im folgenden werde ich auf die Grundbestandteile eingehen, die gebraucht werden und die Almaas die "Faktoren der Erleuchtung" nennt. Letztlich werden alle Aspekte des Seins gebraucht und das Wissen und die Weisheit, die von ihnen ausgehen.

Zuerst brauchen wir Energie – Energie um an uns selbst zu arbeiten und die Persönlichkeit und ihre Muster durchzuarbeiten. Diese Energie wird Ihnen den Brennstoff geben, der es Ihnen möglich macht, sich selbst anzuschauen und Ihre Lage zu verstehen. Vieles muss verstanden und erfahren werden. Grosse Mengen Energie werden gebraucht, sehr viel Mut, um in der Lage zu sein, all die Prozesse und all die Illusionen durchzuarbeiten, die die Wahrnehmung verdunkeln. Nach meiner Erfahrung ist das einzige, was dazu nötig ist, um diese Energie und Stärke zu befreien und zu entwickeln - Bereitschaft

Ein anderer Faktor ist Entschlossenheit. Ohne Entschlossenheit ist die Energie bedeutungslos. "Was auch geschieht – Enttäuschung, Schmerz, Angst - , ich werde weitermachen. Ich sterbe vielleicht, bevor ich es vollbracht habe, aber ich werde nicht aufhören. Ich werde weitermachen, selbst wenn ich gestorben bin." Mit dieser Fertigkeit wissen Sie, dass Sie im Einklang mit der Bedeutung dessen handeln können, was Sie tun.

Diese Entschlossenheit muss nicht bedeuten, dass man als Einzelkämpfer seinen Weg geht. Es kann auch Hingabe bedeuten. Aber man braucht auch Entschlossenheit, um sich immerwieder einer Höheren Macht anzuvertrauen, anstatt sich entmutigen zu lassen und im Ego stecken zu bleiben.

Ein anderer Faktor ist ein Gefühl von Leichtigkeit in Bezug auf die ganze Sache, ein Gefühl von freudiger Erregung. Es ist eine bestimmte Art Freude. Die Freude und diese freudige Erregung sind selbst die eigentliche Arbeit. Es ist eine Freude am Sehen und Erfahren der Wahrheit.

Wenn Sie nur Energie und Entschlossenheit haben, dann kann alles ein wenig schwer, gewichtig und sehr sehr ernst werden. Der Faktor der freudigen Erregung ist die Leichtigkeit, die die Dinge öffnet. Sie haben Freude daran, dass Sie tun, was immer Sie tun.

Diese Leichtigkeit geht mit einer Neugier einher, so wie ein Kind neugierig ist. Wenn ein Kind neugierig ist, hat es kein Ziel im Sinn. Es denkt nicht daran, das Abitur zu machen oder zu promovieren. Es ist in dem Moment einfach neugierig. Es kümmert sich nicht darum, was vielleicht als nächstes geschehen könnte.

Der nächste Faktor, den wir brauchen, um auf die Wahrnehmung der Erfahrung von Befreiung vorbereitet zu sein, ist mitfühlende Freundlichkeit. Das ist eine sehr wichtige und notwendige Qualität. Sie brauchen Freundlichkeit sich selbst gegenüber, weil der Prozess schwierig ist. Da Sie nicht befreit sind, ist es natürlich, dass Sie leiden: Warum also sich drängen, so dass Sie noch mehr leiden? Warum sich tadeln, wenn Sie einen Fehler machen? Freundlichkeit bringt eine Qualität von Vertrauen in sich selbst mit sich. Eine Art Vertrauen sowohl in unseren Verstand, unseren Kopf, wie auch in unsere wahre Natur.

Diese Freundlichkeit richtet sich mit der Zeit auch auf andere. Das Leiden anderer Menschen tut uns weh. Wir möchten uns befreien, und wir möchten auch, dass andere Menschen frei von ihrem Schmerz und ihrem Leiden werden.

Dieser natürliche Lauf der Dinge führt zu einer sehr wichtigen Haltung: Diese Befreiung kennt keine Fixierung, und wenn Sie nur auf sich selbst konzentriert sind, dann ist das schon eine Fixierung, die größte Fixierung. "Was habe ich davon? Was verletzt mich, was verletzt mich nicht? Was ist gut für mich?" Aktivität ist um das Ich konzentriert, das Gefühl der Ich-Identität. Mitgefühl ist ein Mittel, das diese Fixierung oder Begrenzung auflöst und uns von Selbstbezogenheit befreit.

Freundlichkeit bringt mehr Sanftheit in unsere Arbeit, führt zu mehr Mitgefühl mit anderen und trägt zur Auflösung der selbstbezogenen Fixierung bei, die eine der Hauptbarrieren auf dem Weg zur Selbstbefreiung ist.

Ein weiterer Faktor ist innerer Frieden: die Fähigkeit zu schweigen, still zu sein, nicht dauernd aktiv und laut sein zu müssen. Stille des Geistes. Um wahre Befreiung zu erkennen, müssen wir diese Fähigkeit zur Stille und zu innerem Frieden besitzen, weil Befreiung so flüchtig ist. Wenn man denkt und grübelt und plant und seinen kurzlebigen Aktivitäten nachgeht, schliesst man diese Erfahrung aus seinem Leben aus.

Wenn Sie die Stille entwickeln und wertschätzen, die zur Abwesenheit von Aufgeregtheit führt, dann lassen Sie einen Zustand von Ruhe zu, der zu Intuition, zu Einsicht und zu den subtilen Wahrnehmungen führt.

Der nächste Faktor, der gebraucht wird, ist die Fähigkeit, sich von etwas ganz absorbieren zu lassen, sich vollkommen auf die momentane Erfahrung einzulassen, so sehr, dass man in ihr aufgeht.

Die Persönlichkeit hält gewöhnlich eine Trennung von der Erfahrung aufrecht. Sie hat Angst davor, sich völlig aufzulösen, eins mit Erfahrung zu werden. Wenn Sie Sein erfahren, dann ist das keine umgrenzte Erfahrung. Sie sind so von ihr eingenommen, dass nichts da ist ausser Sein. Wenn Sie z.B. daran arbeiten, einen Tisch zu machen, dann sind Sie so darin versunken, dass Sie, das Werkzeug und der Tisch eins sind. Kein Kopf macht eine Unterscheidung oder Trennung in der Erfahrung.

Wir können von einer Handlung, einer Emotion, einem Gedanken, einer Sinneswahrnehmung oder einem essentiellen Aspekt eingenommen sein. Die Hindus nennen diesen Zustand "Samadi", vollkommene Versenkung. In diesem Zustand erlaubt sich die Persönlichkeit selbst, sich ganz aufzulösen, ganz eingetaucht in das und ganz verschmolzen mit dem zu sein, was gerade die Erfahrung ist.

Der siebte und letzte Faktor von Befreiung ist Aufwachen – die Fähigkeit wach in unserer Erfahrung zu sein. Die Qualität von Wachheit ist ein Gegenmittel gegen Schläfrigkeit und gegen Dumpfheit der Wahrnehmung. Sie ist nötig, um die Themen, die unsere Persönlichkeit betreffen, zu verstehen. Und sie hilft dabei mit Verhaftetsein umzugehen.

Wir sind wach für das, was geschieht. Wir schlafen nicht. Wir sind bewusst. Wir sind mit Klarheit und Licht wach. Die Dinge werden klar und scharf umrissen. Sie sehen die Dinge, wie sie sind, nicht was ihr Unbewusstes sieht. Der Geist funktioniert mit vollkommener Offenheit und Klarheit.

Die sieben Faktoren werden von den Sufis die latifas genannt, die sieben Elemente des subtilen Bewusstseins.

Die Energie ist die rote latifa

die Entschlossenheit ist die weisse latifa

die Freude ist die gelbe latifa

die Freundlichkeit oder das Mitgefühl ist die grüne latifa

Frieden oder Ruhe ist die schwarze latifa

die Versenkung ist die blaue latifa

die Wachheit, die uns von den Begierden befreien kann, wird die durchsich-

tige, klare latifa genannt.

Die latifas sind eine sehr subtile Art von Präsenz. Manche sagen, sie seien wie Luft, eine subtile, feinstoffliche Luft, die diese Qualitäten in uns hervorbringt.

Die Kombination all dieser Faktoren führt zu Objektivität. Das Bewusstsein ist objektiv, weil es die sieben Faktoren in ein ausgewogenes Verhältnis bringt. Das ist genau das, was nötig ist, um von dem Anhaften und Haben-Wollen frei zu sein, die die grundlegenden Charakteristika der Persönlichkeit sind.

Mehr als mit irgend etwas anderem sind wir mit unserer Persönlichkeit selbst verhaftet, der Art, wie unsere Persönlichkeit funktioniert, unseren Vorlieben, Abneigungen und Mustern. Wir leben seit langer Zeit mit unserer Persönlichkeit, und sie ist uns vertraut. Auch wenn wir Teile von ihr nicht mögen, ist sie trotzdem vertraut und zuverlässig. Warum sie also aufgeben? Wir wollen nicht frei von ihr sein.

"Objektiv sein" heisst, dass wir sehen, welche Rolle unsere Persönlichkeit spielt. Sie ist die Ursache für all unser Leiden. Es ist dieses objektive Bewusstsein, das den Zustand von Befreiung wahrnehmen kann, weil es keine Haltung des Festhaltens oder Trübungen hat, die die Wahrnehmung blockieren.

Wenn es schliesslich den Zustand der Befreiung wahrnimmt, schmilzt es einfach, wird weicher, zart, entspannt und fliessend. Da ist keine Struktur, keine Fixierung, kein Es-so-oder-anders-haben-wollen, keine Vorliebe für das eine oder andere. Es ist nicht so, als wären wir objektiv oder nicht objektiv oder als wären wir freundlich oder nicht freundlich – nichts davon. Alles ist auf eine schmelzende, frei fliessende, lockere Art da. Alles ist so locker, so frei, dass wir nicht einmal denken, dass wir freundlich oder glücklich sind. Wir sind es, und das ist alles. Wir kümmern uns nicht darum. Wir tun, was wir zu tun haben, frühstücken, Zeitung lesen, zur Arbeit gehen, streiten. Es spielt keine Rolle, was wir tun. Da ist vollkommene Freiheit.

Wir haben gelernt, gelassen zu sein, wir sind befreit und wir sind wach, wir wissen, dass wir wissen. Das ist der Augenblick des Erkennens. Ein Kind kann in einem befreiten Zustand sein, aber es erkennt ihn nicht, verliert ihn und weiss nicht einmal, dass es ihn verloren hat. Wenn Sie aber erwachsen sind, erkennen Sie ihn, Sie sind wach. Deshalb betonen die Buddhisten das klare Licht, das Erwachen.

Unsere Persönlichkeit wird zufrieden, wenn wir frei sind. Unsere Persönlichkeit selbst ist frei von Leiden und Konflikt. Befreiung ist letztlich nichts anderes, als dass die Persönlichkeit im Moment frei wird. Die Persönlichkeit löst ihren Griff und läßt sich selbst einfach entspannen – und damit eröffnet sich uns das Paradies.

Der Prozess der Selbstbefreiung wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.