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Wenn GEIST überhaupt einen Sinn haben soll, dann muss er allgegenwärtig, alldurchdringend und allumfassend sein.

Erleuchtung

Wenn "Geist" überhaupt einen Sinn haben soll, dann muss er allgegenwärtig, alldurchdringend und allumfassend sein. Es kann keinen Ort geben, wo der Geist nicht ist, sonst wäre er nicht grenzenlos. Deshalb ist der Geist auch eben hier und eben jetzt in Ihrem Bewusstsein vollkommen gegenwärtig. Das heisst: Ihr augenblicklicher Bewusstseinszustand, wie er gerade ist und ohne dass Sie irgend etwas daran ändern müßten, ist in seiner Gesamtheit vollkommen vom Geist durchdrungen.

Es ist nun aber nicht so, dass der Geist zwar gegenwärtig ist, Sie jedoch erleuchtet sein müßten, um ihn sehen zu können. Es ist nicht so, dass Sie zwar eins sind mit dem Geist, es aber noch nicht wissen. Das würde ja bedeuten, dass es doch noch einen Ort gibt, wo der Geist nicht ist.

Nein, Sie sind schon immer eins mit dem Geist und das Gewahrsein dessen ist auch schon immer ganz gegenwärtig. Sie schauen in jedem Augenblick mit dem Geist den Geist an. Einen Ort, wo der Geist nicht ist, gibt es nicht.

Es gibt auch keine Zeit, in der der Geist nicht wäre – der Geist ist ohne Anfang und Ende. Hätte er einen Anfang in der Zeit, dann wäre er nicht zeitlos und ewig. Das bedeutet, dass Sie Erleuchtung nicht erlangen können, sonst hätte dieser Bewusstseinszustand ja einen Anfang in der Zeit und wäre nicht wahre Erleuchtung.

Geist und Erleuchtung sind etwas, das Ihnen eben jetzt vollkommen gegenwärtig ist. Wir schauen schon immer direkt den Geist an, wir erkennen ihn bloss nicht – oder besser: Wir erkennen ihn nicht wieder.

So ist auch Meditation, die sich darum bemüht, das Erkennen, das Gewahrsein zu ändern ebenso unnötig wie gegenstandslos. Der Geist ist voll und ganz present in dem Bewusstseinszustand, den Sie jetzt gerade haben, nichts muss dazu geändert werden. Der Versuch, Bewusstheit zu erlangen ist völlig sinnlos. Auf die Aussage: "Aber ich sehe den Geist immer noch nicht!" kann man nur antworten: "Du bist dir dessen bewusst, dass du den Geist nicht siehst, und eben diese Bewusstheit ist der Geist."

Deshalb ist die grundlegende Bewusstheit nicht etwa schwer zu finden, sondern ganz im Gegenteil, es ist unmöglich, ihr zu entkommen. Es gibt nur das Sein, es gibt nur Gott.

Meditation ist aber auch durchaus wertvoll und wichtig, wenn es dabei um eine positive Geistesverfassung geht, um die Kräfte der Sammlung, Achtsamkeit und Einsicht, und nicht um Erleuchtung – denn Erleuchtung, die erlangt werden kann, ist nicht Erleuchtung.

Wenn das Wiedererkennen stattgefunden hat, dann wird es durch Meditation gefestigt und in alle Aspekte des Lebens eingearbeitet. Und das ist der eigentlich schwierige Teil. Das Wahre Gesicht erkennen ist leicht; es leben ist schwer.

Zum Schluss ein Zitat von Ramana Maharshi:

"Die Menschen wollen die nackte und einfache Wahrheit nicht begreifen, die Wahrheit ihres alltäglichen, stets gegenwärtigen und ewigen Gewahrseins. Das ist die Wahrheit des Selbst. Ist da auch nur einer ohne Gewahrsein des Selbst? Aber sie wollen das nicht einmal hören, sind vielmehr ganz begierig zu wissen, was jenseits liegt – Himmel und Hölle und Reinkarnation. Weil sie das geheimnisvoll Verborgene und nicht die offen daliegende Wahrheit lieben, gibt die Religion ihnen nach – um sie am Ende doch zum Selbst zu führen. Soviel du auch wandern magst, du musst schliesslich doch zum Selbst zurückkehren, warum also nicht hier und jetzt im Selbst verweilen?"

Wenn GEIST überhaupt einen Sinn haben soll, dann muss er allgegenwärtig, alldurchdringend und allumfassend sein.