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Unterbewusstsein deutet auf die Fähigkeit des denkenden Geistes zur Lüge hin: ohne Lüge kein Unterbewusstsein

Innere Wahrheit

Die folgende Betrachtung basiert auf einem Satsang mit Om C. Parkin, Hamburg.

Um das Licht zu kennen muss ich die Dunkelheit kennen. Um das Selbst zu kennen muss ich das Nicht-Selbst kennen. Um das zu kennen, was ich bin, muss ich kennen, was ich nicht bin.

Um zu kennen, was ich nicht bin, unternehme ich enorme Anstrengungen: gehe in Therapie, lese Bücher, mache innere Arbeit. Ich muss wissen, was ich nicht bin, sonst kann ich nicht wissen, was ich bin.

Wenn nie innere Arbeit gemacht worden ist, gibt es kein solides Fundament, kein solides Ich, auch wenn es falsch ist, auf dem aufgebaut werden kann. Anders ausgedrückt: erst muss es aufgebaut werden, dann kann es zerstört werden. Wenn das Ich nicht aufgebaut ist, dann kann die zerstörerische Energie des spirituellen Befreiungsprozesses in die falsche Richtung gehen. So bin ich selbst in meine spirituelle Krise geraten und schliesslich in der Psychiatrie gelandet.

Es scheint ein grosser Widerspruch zu sein, dass dieses tiefe innere Verstehen, das transpersonal wird, das die kleine Welt des Ichs durchschreitet, überschreitet und schliesslich zerstört, auf eben dieser kleinen Welt des Ichs aufbaut.

Viele Menschen in der heutigen Zeit starker Bewusstseinsveränderungen stehen vor der Falle des Spiritualisieren. Das Ich versucht alles zu spiritualisieren, versucht seine handfesten Tendenzen, damit meine ich Schmerz, Verzweiflung, Wut, Angst, Hilflosigkeit, Kummer wegzumeditieren, zu spiritualisieren in irgendein spirituelles Vokabular und es funktioniert nicht.

Nichts kann verleugnet werden. Häufig verwechselt das Ich das wirkliche Aufgeben mit Verleugnung. Verleugnung bedeutet: Es werden Teile aufgegeben, aber es kann nicht alles aufgegeben werden, weil noch nicht alles gesehen worden ist. Wie kann etwas aufgegeben werden das noch nicht gesehen wurde, also nicht bewusst ist?

Die meisten unterschätzen die Macht des Unterbewusstseins – das ist die Trumpfkarte des Ichs. Unterbewusstsein heisst nicht wirklich, dass es ausserhalb des Bewusstseins ist, sondern es deutet nur auf die Fähigkeit des denkenden Geistes zur Lüge hin. Wenn der denkende Geist nicht die Fähigkeit zur Lüge hätte, gäbe es kein Unterbewusstsein.

Das bedeutet, dass wir uns zunächst mit unserer Fähigkeit zu lügen beschäftigen müssen. Jeder Mensch – fast ohne Ausnahme – lügt, belügt sich selbst, belügt andere, belügt das Leben. Und das manchmal in fortschreitendem spirituellem Weg, sogar mit spirituellen Konzepten.

Der erste Schritt, der grosse Schritt, ist immer die Begegnung mit der Lüge. Wie kann es eine Begegnung mit der Wahrheit geben, wenn nicht eine Begegnung mit der Lüge stattgefunden hat? Begegnung bedeutet nicht zwangsläufig Harmonie. Begegnung ist ein nacktes reines Schauen in das, was ist, was wirklich ist, in das was wirkt.

Nur weil Menschen nicht bereit sind, ihren Lügen vollkommen zu begegnen, sind sie auch nicht bereit der Wahrheit zu begegnen. Die Begegnung mit der Lüge wandelt sich auf eine mysteriöse Weise in eine Begegnung mit der Wahrheit; denn jede vollkommene Begegnung ist eine Begegnung in Wahrheit.

Es spielt keine Rolle wem oder was wir begegnen; denn es ist nicht unsere Aufgabe nach Begegnung zu suchen, sondern wir begegnen dem was da ist, dem was an unsere Tür klopft. Wir haben keine Kontrolle darüber wer oder was an unsere Tür klopft. Wer auch immer klopft, es ist derjenige oder dasjenige, dem wir zu begegnen haben.

Wir können uns unsere Gäste nicht aussuchen. Sind sie bequem, sind sie unbequem Unbequeme Gäste werden ungern eingeladen. Wir haben nur zwei Möglichkeiten, entweder unseren Gast herein zu bitten und ihm zu begegnen oder ihm die Tür vor der Nase zuzuschlagen – das nennt man Lüge.

Dieser Gast, der vor der Tür steht und immerwieder anklopft, ist jemand, der sich auch "Ich" nennt. Er mag andere Namen haben, mit anderen Masken auftreten, aber wir können sicher sein, dass er sich unter dieser Maske immer "Ich" nennt. "Ich" ist der Name eines jeden Gastes, der an unsere Tür klopft – egal ob wir ihn haben wollen oder nicht.

In der spirituellen Disziplin sollten wir die Haltung haben, dass wir jedem Gast die Tür aufmachen, anstatt reissaus zu nehmen, zu flüchten, zu bewerten, zu verleugnen, abzuschweifen, einzuschlafen, den Gast zu analysieren, anstatt ihm zu begegnen usw.

Eine Begegnung findet nur statt – und das ist es, was dieses Bild der offenen Tür ausdrückt -–wenn wir in vollkommener Stille verweilen, uns nicht rühren und genau hinschauen. Schauen Sie ihm in die Augen. Dringen Sie vor in das Zentrum seines Wesens. Dann wandelt sich die Begegnung, die vielleicht vorher geprägt war durch Angst oder irgendwelche Vorstellungen über den Gast und Sie erkennen sein Wesen. Nichts, was an unsere Tür klopft ist das, als was es erscheint, wenn es anklopft. Alles ist anders und Lüge ist auch die Verweigerung ganz genau hinzuschauen, was auch ganz genau hinzufuehlen beinhaltet.

Wenn wir ganz genau hinschauen und ganz genau hinfühlen, dann geschieht Wandlung und Transformation und dann reine Erkenntnis. Erkenntnis ist die Wandlung von Lüge in reines Wissen. Reines Wissen steht uns zur Verfügung, wenn wir alle unsere Tendenzen – ob es Fluchttendenzen sind oder Tendenzen gegenan zu gehen - für einen Moment aufgeben und still sind.

So geschieht wirkliches Erkennen – es ist einfach. Wenn man wirklich und vollkommen still ist, was dann geschieht ist eine Wahrnehmung zu fallen. Dort wo sich die Menschheit befindet in ihrer Aufmerksamkeit, befindet sie sich, weil sie eine ständige Anstrengung unternimmt nicht zu fallen.

Wenn ein Mensch jede Anstrengung aufgibt zu versuchen nicht zu fallen, dann tritt der natürliche Zustand ganz von selbst ein. In der Tiefe öffnet sich alles.

Aber die meisten Menschen sind wie Freischwimmer, die krampfhaft versuchen an der Oberfläche zu paddeln und nicht wahrhaben wollen, dass sie irgendwann sowieso untergehen, zumindest dieser Körper wird untergehen – mit Sicherheit. Das was das Leben fast aller Menschen ausmacht ist ein ständiger Versuch sich über Wasser zu halten, um nicht zu ertrinken. Dafür geht körperlich, emotional und geistig der größte Teil der Lebenskraft verloren.

Halt zu suchen bedeutet sich an der Oberfläche festzuhalten. Wenn wir bereit sind für den freien Fall, dann erkennen wir während des Fallens, in diesem Fallen, dass es keines Haltens bedarf. Wir benötigen keinen Halt. Die Idee einen Halt zu brauchen ist eine Idee der Begrenzung. Der feste Boden ist das Sein selbst. Wenn wir bereit sind in dieses Sein selbst zu fallen und jede Idee von Verlorenheit auf der einen und Halt auf der anderen Seite aufgeben, dann finden wir mehr als Halt. Wir finden ein vollkommenes Eingettetsein im Sein.

Es gibt die Idee von Halt nicht ohne die Idee von Verlorenheit. Beides sind begrenzte Ideen – Pendelbewegungen des denkenden Geistes. Dieser Versuch immer wieder Halt zu finden erinnert an ein Kind, das sich an Papas Hosenbein klammert: da draussen da draussen finde ich Halt. Und wenn ich es da draussen nicht finde, versuche ich es Innen zu finden. Aber die Idee, die Suche nach Halt ist letztlich begrenzt.

Gehen Sie tiefer als "die Suche nach Halt" und gehalten werden. In einem bestimmten Stadium des Verständnisses ist es wesentlich gehalten zu werden und Halt zu finden, aber in der wirklichen Bereitschaft für uns selbst, für die Wahrheit unserer selbst, können wir die Idee von Halt aufgeben. Das können wir nur, wenn wir, wenn die Verlorenheit an unsere Tür klopft, diese bereitwillig öffnen und uns vollkommen dieser Verlorenheit hingeben.

Dann machen Sie die Erfahrung, die alle machen, die sich hingeben, nämlich dass die Verlorenheit in ihrem Wesen nicht verloren ist. Aber das muss Ihre Erfahrung sein. Wir können im Sein nicht wirklich verloren gehen. Es gibt keine verlorenen Kinder.


Unterbewusstsein deutet auf die Fähigkeit des denkenden Geist zur Lüge hin: ohne Lüge kein Unterbewusstsein