Startseite

ThetaHealing

Wer bin ich
Wurzeln der Wirklichkeit
Verzeihen
Authenzität
Immerwährende Philosophie
Meditation

Innere Wahrheit
Befreiung
Erleuchtung


Kontakt

Impressum
Datenschutz
Links

Gemeinsam ist allen Formen der Meditation, dass sie den Zeugen in uns stärker machen und dadurch das Ego schwächen, damit sich der Zeuge befreit und zur Erleuchtung gelangt.

Meditation

Ken Wilber unterscheidet zwei Grundtypen der Meditation, die man "eigene Kraft" und "Kraft des anderen" nennen kann. Bei der "eigenen Kraft" kommt es für den Durchbruch – durch das Ego in eine größere Identität – nur auf die eigene Kraft der Sammlung und des Gewahrsein an. Wo die "Kraft des anderen" das Prinzip der Meditation ist, verläßt man sich auf die Kraft des Guru oder auf Gott oder einfach auf vollkommene Selbstpreisgabe.

Ramana Maharshi, ein bedeutender indischer Weiser des 20. Jahrhunderts, sagte, es gäbe nur zwei Wege zur Erleuchtung: Entweder du fragst "Wer bin ich?", und damit wird das Ego völlig untergraben, oder du lieferst dich an den Guru oder an Gott aus und überläßt es Gott, das Ego zu zerschlagen. In beiden Fällen wird das Ego vernichtet, und das Selbst kann aufleuchten.

Mir persönlich liegt die zweite Methode besser, mich völlig in Gottes Hand zu geben und es Ihm zu überlassen, mich zu befreien, weil meine Willenskraft vermutlich dafür nicht ausreichen würde. Aber ich glaube, dass beides funktioniert.

Gemeinsam ist beiden Ansätzen, wie eigentlich allen Formen der Meditation, dass sie den Zeugen in uns stärker machen und dadurch das Ego schwächen. Das Ego ist nicht das Subjekt, sondern ein Objekt wie andere: Wir können unser Ego sehen und uns seiner bewusst sein. Damit kann das Ego aber nicht selbst der Sehende, der Erkennende, der Zeuge sein. Das Ego ist einfach ein Bündel mentaler Objekte – Ideen, Symbole, Bilder, Begriffe - , und mit diesem Bündel identifizieren wir uns, betrachten durch sie die Welt – und entstellen sie dadurch natürlich.

Die Identifizierung mit den mentalen Objekten in unserem Kopf hält unsere Trennung von der Welt da draussen aufrecht. Das Ich und das andere, Subjekt und Objekt.

Um diese irrtümliche Identität aufzubrechen, nehmen wir den Standpunkt des Zeugen ein und betrachten einfach unvoreingenommen all die mentalen Objekte, Gedanken, Empfindungen, Bilder usw., ohne uns mit ihnen zu identifizieren oder sie zu beurteilen.

Ich erkenne allmählich: Da ich alle diese Ich-Inhalte sehen kann, können sie nicht der Sehende, der eigentliche Zeuge sein. Damit geht meine Identität allmählich vom Ich, auf den unpersönlichen Zeugen über, der das wahre Selbst ist, eins mit Gott und eins mit dem Geist. Genau dahin komme ich, wenn ich mich an Gott oder das Universum preisgebe – ins größere Selbst oder größere Gewahrsein.

Wenn ich einfach Zeuge des Ego bin und alles Körperliche und Mentale nur beobachte, gebe ich meine Identifikation mit diesen Objekten auf und identifiziere mich dafür mit dem wahren Selbst, der eins ist mit dem Geist.

Bei der Bewusstseinsentwicklung ist das Selbst, der Zeuge, zunächst mit dem materiellen Ich, dann mit dem Körper-Ich, dann mit dem mentalen Ich und dann mit dem Seelen-Ich identifiziert, bis es schliesslich zu seiner ursprünglichen, wahren Natur als Geist erwacht. Jede Stufe schliesst die vorhergehende ein, fügt aber einen spezifischen neuen Aspekt hinzu, damit sich eine größere Einheit bilden kann, bis schliesslich die Einheit mit dem All erreicht ist.

Meditation ist einfach ein Mittel, die Entwicklung voranzubringen. Mit Meditation wächst man über das Mentale hinaus und erreicht die Ebene der Seele und des Geistes. Wenn man die Ebene der Seele wirklich erreicht hat, ist man wahrhaft in der Position des Zeugen, des Selbst. Und wenn man auch diese Ebene noch hinter sich läßt, ist der Zeuge plötzlich identisch mit allem, dessen Zeuge er ist – man ist eins mit allem, was man wahrnimmt. Man nimmt z.B. die Wolken nicht wahr, sondern man ist die Wolken. Das ist der Geist.

Der Sprung in den Geist ist nur vom Standpunkt des Zeugen aus möglich, aber der Zeuge selbst muß schließlich verschwinden oder sterben, damit unsere Identität mit dem Geist sich zeigen kann. Die Seele ist nämlich die letzte Kontraktion im Gewahrsein, der subtilste Knoten, der dem universalen Geist im Weg ist, die letzte und subtilste Form des Ich-Bewußtseins – und dieser Knoten muß gelöst werden.

Auch wenn der Zeuge nicht mehr mit dem Ich oder irgendeinem mentalen Objekt identifiziert ist, bleibt er doch getrennt von allen Dingen, deren Zeuge er ist. Es gibt immer noch eine sehr subtile Form des Subjekt/Objekt-Dualismus. Der Zeuge ist eine sehr hohe und unbedingt notwendige Entwicklungsstufe, aber nicht die letzte.

Wenn der Zeuge – die Seele – transzendiert wird, geht er auf in all dem, dessen Zeuge er bisher war. Die Subjekt/Objekt-Dualität verschwindet, und übrig bleibt reines nichtduales Gewahrsein. Ein Zen-Meister hat über den Augenblick seiner Erleuchtung gesagt: "Als ich die Glocke hörte, gab es plötzlich "Ich" und "Glocke" nicht mehr, nur noch das Klingen."

Alles läuft weiter, Augenblick für Augenblick, aber es gibt kein Hüben und Drüben mehr, niemanden, der vom Geschehen getrennt wäre. Das Angeschaute ist das, was schaut. Keine Verschiedenheit oder Zersplitterung von Subjekt und Objekt mehr, nur der eine Strom der Erfahrung, vollkommen klar und offen. Ich bin all das, was geschieht.

Dogen, ein berühmter Zen-Meister sagte dazu: "Das Mystische ergründen, heisst das Ich ergründen; das Ich ergründen heisst das Ich vergessen; das Ich vergessen, heisst Einssein mit allen Dingen und von allen Dingen erleuchtet werden."

Gemeinsam ist allen Formen der Meditation, dass sie den Zeugen in uns stärker machen und dadurch das Ego schwächen, damit sich der Zeuge befreit und zur Erleuchtung gelangt.